Munich Satellite Navigation Summit 2008
Vom 19. bis 21. Februar fand in der Münchner Residenz der “Munich Satellite Navigation Summit 2008“ statt. Die Konferenz wurde von Prof. Günter W. Hein vom Institut für Erdmessung und Navigation der Universität der Bundeswehr München veranstaltet. Aus 27 Nationen kamen die Teilnehmer.
Am letzten Kongresstag war Jacques Barrot, Vizepräsident der Europäischen Kommission, zu Gast auf dem Munich Satellite Navigation Summit. Vor Pressevertretern sprach er über den Zeitplan und die Kosten von Galileo, dem Europäischen Satelliten-Navigationssystem.
2008 Jahresende Vergabe von öffentlichen Aufträgen
2009 - 2010 Fertigstellung der Satelliten
2011 - 2012 Start von 26 Satelliten
2013 - Galileo ist voll funktionsfähig
Investitionskosten 3,4 Milliarden Euro
Auftraggeber und Vertragspartner ist die EU. Die Betriebskonzession wird im Ausschreibungsverfahren entschieden. Die Europäische GNSS-Aufsichtsbehörde (GSA) ist momentan das Aufsichtsgremium für Galileo. Laut Barrot ist die Europäische Kommission dafür, daß die GSA abgeschafft wird. Ab 2013 muß aber eine neue Aufsichtsbehörde eingeführt werden.
Nach Aussage von Barrot wird Galileo eine Revolution, unter anderem bei der Wettervorhersage oder der Personenrettung. Eine militärische Anwendung ist noch nicht entschieden.
Galileo soll mit dem amerikanischen NAVSTAR-GPS-System (GPS III ab 2010) kompatibel sein. Das NAVSTAR-GPS System mit 30 Satelliten wurde für den militärischen Bereich entwickelt und unterliegt der nationalen militärischen Kontrolle.
Aus der Sicht der Amerikaner sind bei der Kombination von Galileo und GPS noch einige Hürden zu überwinden.
Laut Michael E. Shaw, (Director, National Space-Based PNT Coordination Office, USA) werden GPS III und Galileo kompatibel in den Radiofrequenz-Signalen sein und ohne gegenseitige Störungen arbeiten.
J. Van Dierendonck, AJ Systems (Chair of the Executive Committee of the Satellite Division of the U.S. Institute of Navigation) sprach von einer “Design-Challenge” GPS und Galileo miteinander zu verbinden. Bei einer Bandbreite von 50 MHZ müssen die Radio-Frequenz-Signale separiert werden, was in einer längeren Antennenhöhe resultiert. Die heutigen Flugzeuge seien noch nicht dafür ausgerüstet.
Die Signale werden von USA und der EU ohne direkte Endnutzer-Entgelte bereit gestellt.
Greg Turetzky, (Director of Marketing, New Product Technology and IP, SiRF Technologies, Inc., San Jose, USA): Galileo muß beweisen, daß es nach GLONASS (Russland) und COMPASS (China) die „zweitbeste Wahl“ ist. Desweiteren muss die Kommunikation über Galileo verbessert werden, denn „no news is not good news“.
Wie sich der jetzt eingeschlagene Weg für Galileo bewährt, wird sich bei dem nächsten Munich Satellite Navigation Summit zeigen.
Infos unter: http://www.munich-satellite-navigation-summit.org